Engagierte Diskussionsrunde zu den Chancen für die Fachverbände bei Sport im Ganztag
Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag - Zukunftsdialog II
Dass der Fußball auch an den Schulen „des Sportlers liebstes Kind" ist, kann jeder beobachten, der Kinder und Jugendliche im Sportunterricht nach ihrem beliebtesten Spiel fragt. Nicht nur die Schüler wünschen sich Fußball im Sportunterricht, auch die Schülerinnen: Jungen und Mädchen werden über den Schulsport gleichermaßen zum Fußballspiel geführt. Und davon profitieren auch die Vereine.
„Viele Vereine des WFLV sind schon früh Kooperationen mit Grundschulen eingegangen. Übungsleiter aus Vereinen haben sich in Schulen engagiert. Dadurch sind sehr erfolgreiche Schulsportprojekte entstanden, die die jungen Menschen in Bewegung gebracht haben", erklärt jemand, der es wissen muss: Rolf Lüpertz ist Vorsitzender des Schulfußballausschusses im Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV), und er war einer von rund 80 Teilnehmern am „Zukunftsdialog II - Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag", den der WFLV in Kooperation mit der Sportjugend NRW, dem Westdeutschen Hockey-Verband und dem Essener Willibald-Gebhardt-Institut am 5. Mai im „Warsteiner Hockey-Park" in Mönchengladbach veranstaltete.
Vor gut drei Jahren sorgte die Einführung der Ganztagsschule in Deutschland für frischen Wind. Zu Beginn des Schuljahres 2005/2006 waren allein in Nordrhein-Westfalen bereits 1.401 Offene Ganztagsgrundschulen eingerichtet. Für fast alle Sportfachverbände ist das Thema „Ganztagsangebote an Schulen" von großer Bedeutung. Im Mönchengladbacher „Hockey-Park" trafen sich Vertreter aus Sport, Wissenschaft und Politik, um im Zukunftsdialog der Fachverbände die Entwicklungen von Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag zu analysieren.
Der Präsident des Deutschen Hockey-Bundes, Stefan Abel, und der Präsident des Westdeutschen Hockey-Verbandes, Walther Lonnes, eröffneten die Tagung. Drei Fachvorträge, die die Kooperation zwischen Fachverbänden, LandesSportBund, Sportjugend NRW, der Wissenschaft und der Politik verdeutlichten, standen im Mittelpunkt des folgenden Veranstaltungsteils: Der Vorsitzende der Sportjugend NRW, Dirk Mays, unterstrich in seinem Vortrag „Sport im Ganztag - eine Zukunftsaufgabe für den organisierten Sport" die Kompetenz der Vertreter des organisierten Sports: „In einigen Jahrzehnten wird es den ,Sportverein von heute‘ nicht mehr geben. Die demographischen Strukturen und die Änderung der Schullandschaft sind verantwortlich dafür, und wir haben das nötige Know-how, um die richtigen Strukturen zu schaffen", so Mays.
Günter Winands, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, wies auf die Wichtigkeit hin, den Sport in die allgemeine schulische Qualitätssicherung einzubeziehen, und versprach, die Kooperation mit den Institutionen des organisierten Sports fortzusetzen. Die wissenschaftliche Sicht verdeutlichte Prof. Dr. Roland Naul vom Willibald-Gebhard-Institut. In seiner Ausführung „Drei Jahre Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag - Aufgaben und Perspektiven" gab er einen Überblick über die Entwicklung seit 2003: Herrschte anfänglich Skepsis, haben die Chancen und positiven Zwischenergebnisse des Sports im Ganztag eine neue Sichtweise ermöglicht.
Abgerundet wurde der „Zukunftsdialog II" von einer Fragerunde, in der die Gäste aus den verschiedenen Fachverbänden von Prof. Dr. Naul, Günter Winands und dem Schulsportbeauftragten des LSB, Dr. Klaus Balster, weitere Informationen rund um die Probleme, Wünsche und Absichten des Schulsports im Ganztag erhielten, und einer moderierten Talkrunde. Unter der Leitung von Michael Heise (Referatsleiter Öffentlichkeitsarbeit im LSB) diskutierte der Schul-fußballausschussvorsitzende Rolf Lüpertz mit Dr. Klaus Balster, Walther Lonnes, Franz-Josef Probst (Präsident des Leichtathletikverbands Nordrhein und WFLV-Vizepräsident), Reiner Wiedenbrück (Vize-Präsident der DLRG-Nordrhein) und Friedrich Witte (Präsident der Reiterlichen Vereinigung) die vordringlichen Fragen nach drei Jahren „Sport im Ganztag". Rolf Lüpertz wies auf die Qualitätserfordernisse des Schulsports hin: „Die gute Idee, Kinder zum Sport zu führen, kann nur mit qualifizierten Übungsleitern umgesetzt werden."
Das Schlusswort hatte LSB-Vizepräsidentin Bärbel Dittrich, die den Gästen für ihr Interesse und Engagement rund um den Sport im Ganztag dankte und ihre Vision von der zukünftigen Rolle der Sportvereine erklärte: „Der Verein dient Kindern, Jugendlichen und Familien als Stütze und vielen Menschen als soziale Heimat."