WFLV-Fachtagung „Erfahrungsaustausch Kommunale Sportpauschale“ am 28. Oktober 2006 im SportCongressCentrum Kamen-Kaiserau
WFLV-Präsident Hermann Korfmacher bei der Eröffnung der Veranstaltung
Das Qualifizierungszentrum/Bildungswerk WFLV führte eine landesweite Fachtagung „Erfahrungsaustausch Kommunale Sportpauschale“ durch für die Kreisvorsitzenden der Mitgliedsverbände aus Fußball und Leichtathletik, Sportpolitikinteressierten und zahlreichen Teilnehmern aus den Präsidien und schloss damit an die bereits 2004 in Leverkusen erfolgte Auftaktveranstaltung an.
Die Tagesveranstaltung wurde durch den Präsidenten des WFLV, Herrn Hermann Korfmacher, persönlich eröffnet, wobei er alle Anwesenden, die der Einladung zu dieser wichtigen, zukunftorientierten Zusammenkunft gefolgt waren, herzlich begrüßte. Aber auch inhaltlich fand er klare Worte für die Zielsetzungen des Tages und die Präsenz unserer Sportarten in der kommunalen und sportpolitischen Gremienarbeit mit 6 Thesen:
1. Wir müssen erkennen, dass die Musik noch mehr als bisher vor Ort gespielt wird.
2. Wir müssen erkennen, dass in Zukunft investive Maßnahmen noch viel weniger als heute beim Bierchen auf dem Sportplatz entschieden werden.
3. Wir müssen erkennen, dass eine aktive Mitwirkung von Vertretern des organisierten Sports in den Stadt- und Kreissportbünden sowie den örtlichen Gremien, die tatsächlich über die Mittelverwendung entscheiden, wichtig ist.
4. Wir, und da spreche ich vor allem die Fußballer an, müssen die langjährig gepflegte Abneigung gegen die Mitarbeit in KSB und SSB ablegen und begreifen, dass wir nur im Miteinander und im Dialog mit anderen Entscheidungsträgern etwas für die Menschen in unseren Fußball- und Leichtathletikvereinen bewirken können.
5. Wir müssen erkennen, dass der Wettbewerb mit Sportangeboten außerhalb des Vereins viel stärker ist, als die Konkurrenz zwischen den Fachschaften. Der Wettkampf um öffentliche Gelder heißt nicht Volleyballverein gegen Fußballabteilung, sondern der Konflikt, ob die Investition der Beachvolleyball-Anlage für Jedermann einer Anlage im Verein vorzuziehen ist.
6. Wir müssen deshalb als Vertreter von Sportvereinen, die durch ihr hohes ehrenamtliches Engagement erhebliche gesellschaftspolitische Aufgaben wahrnehmen, Argumente vortragen, warum wir förderungswürdiger sind als der einsame Jogger, der nur sich allein sieht und sein Wohlbefinden steigern möchte.
Im Vormittagsbereich sorgten 3 Fachreferate vor rund 80 Teilnehmer/innen für den gleichen, hochaktuellen Informationsstand. Klaus Trojahn (WFLV) umriss die Aufgaben und vielen Verordnungen die mit der Sportpauschale einhergehen einschließlich der Überleitung zu Sanierungsmaßnahmen durch Kunstrasenplätze und deren Finanzierung unter dem Thema „Sportpauschale als Chance für unsere Vereine“. Norbert Käfer (Referat 1 LandesSportBund NRW) stellte die brandneuen Befragungsergebnisse der SSB, SSV und GSV vor und gab aufschlussreiche Ein- und Ausblicke in Vertretungssituationen vor Ort. Die „Zukunft- und Ressourcensicherung im Sport: Der Verein im Spannungsfeld von kommunaler Politik und Sportpolitik“ war das Thema eines pfiffigen Vortrages von Referatsleiter Wolfgang Roth (Referat 1, LSB), der die Dringlichkeit der Thesen unseres Präsidenten vielfach unterstrich.
Die 3 Arbeitsgruppen zum Erfahrungsaustausch zu diesen Themen am Nachmittag waren sehr erkenntnisreich für Problemlagen und auch Qualifizierungsbedarf vor Ort. So konnten in den abschließenden Kurzberichten konkrete Ergebnisse und erste Beratungsthemen (z. B. „Kunstrasenplätze“) skizziert werden, die zum allgemeinen Tenor führten: Der Tag hat sich für Teilnehmer/innen und Gruppenmoderatoren (hier ist ergänzend Horst Knüppel als KV zu nennen) gelohnt und uns gemeinsam weiter gebracht. Die neuen Räume des SportCongress-Centrums Kamen-Kaiserau beim FLVW boten ideale Tagungsvoraussetzungen.
Eine Dokumentation der Vorträge und die Gruppenarbeitsprotokolle stellen wir zeitnah unter www.wflv.de (Service/Downloads-Kommunale Sportpauschale) ins Internet ein; dort finden Sie schon jetzt die noch aktuelle Dokumentation von Leverkusen.