Verbandstag des FV Mittelrhein wählt Alfred Vianden als neuen Präsidenten
Das Präsidium 2007-2010
Alfred Vianden ist neuer Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein. Die 176 anwesenden Delegierten aus den neun Fußballkreisen wählten den 63-Jährigen am Samstag in der Sportschule Hennef einstimmig zum Nachfolger von Karl-Josef Tanas. Dieser wurde nach 15 Jahren an der Spitze des siebtgrößten Landesverbandes im Deutschen Fußball-Bund zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Vianden ist nach Alfons Kierdorf, Egidius Braun und Karl-Josef Tanas der vierte Präsident in der 60-jährigen Verbandsgeschichte. „Wir müssen den Schwung der WM für die Zukunft nutzen“, gab der bisherige Vizepräsident in seiner Rede den Weg für die kommenden drei Jahre vor. Dazu zählen für den Mann aus Alfter neben der Diskussion über neue Spielformen und der Sicherung der Finanzierung der Sportorganisationen die Themen Integration, Gewaltprävention, Qualifizierung sowie langfristige Motivation für das Ehrenamt, „um die Tradition des Fußballsports als Sportart Nr. 1 zu erhalten“.
Zu Vizepräsidenten wählten die Delegierten das bisherige Mitglied des Rechts- und Satzungsausschusses, Dr. Stephan Osnabrügge, sowie den bisherigen Vorsitzenden des Verbandsjugendausschusses, Karl-Heinz Witt (Düren). Dessen Nachfolge tritt Klaus Degenhardt (Aachen) an. Seine bereits auf dem Verbandsjugendtag im Mai erfolgte Wahl wurde auf dem Verbandstag formal bestätigt. Schatzmeister ist Sascha Hendrich-Bächer (Sieg), der das Amt bereits seit März 2006 kommissarisch übernommen hatte. Dem ausscheidenden Vorsitzenden des Rechts- und Satzungsausschusses, Hans-Hermann Menzel (Düren), folgt Ernst Wilden aus dem Fußballkreis Aachen. Die anderen Positionen im Präsidium blieben im Vergleich zum Verbandstag 2004 unverändert.
Mit stehenden Ovationen bereiteten Delegierte und Gäste, darunter DFB- und FVM-Ehrenpräsident Egidius Braun, DFB-Präsident Theo Zwanziger, LSB-Präsident, Walter Schneeloch, Regierungspräsident Hans Peter Lindlar und Kölns Oberbürgermeister Horst Schramma, dem 72-jährigen Karl-Josef Tanas einen bewegenden Abschied. Diesem wurde neben der Verleihung der Ehrenpräsidentschaft und des Ehrenrings des FVM eine weitere Anerkennung zuteil: Theo Zwanziger zeichnete den DFB-Vizepräsidenten mit der Goldenen Ehrennadel des DFB aus. „Die Einbindung von jungen Menschen und die sportliche wie außersportliche Qualifizierung, das macht Dich aus, das ist Deine Motivation“, würdigte der DFB-Präsident Tanas’ langjähriges Engagement auf Bundes-, Regional- und Landesverbandsebene. „Der FVM ist einer der Top-Verbände im deutschen Fußball, das ist auch und vor allem dein Verdienst. Du hast Großartiges geleistet“, lobte er den Schleidener, der mit dem DFB-Bundestag am 26. Oktober auch seine Tätigkeit auf DFB-Ebene beenden wird.
Der Verbandstag ernannte zudem drei weitere Personen zu Ehrenmitgliedern des Verbandes. LSB-Präsident Walter Schneeloch, bis Juni 2005 FVM-Vizepräsident, und Hans- Hermann Menzel als scheidender Vorsitzender des Rechts- und Satzungsausschusses wurden ebenso geehrt wie der ehemalige Vorsitzende des Fußballkreises Aachen, Horst Scharra, der die Ehrung aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich entgegennehmen konnte. Bereits am Vorabend des Verbandstages waren 27 Personen für ihre langjährigen Verdienste um den Fußball am Mittelrhein mit Silbernen und Goldenen Verdienst- bzw. Ehrennadeln oder der DFB-Verdienstnadel ausgezeichnet worden.
Bei den Satzungsänderungen legten die Delegierten durch ihr Votum für die Umstellung der Amtlichen Mitteilungen in Papier-Form auf ein modernes Online-System die wichtigste Neuerung fest. Die zeitgemäße Kommunikation bietet sowohl den Vereinen als auch dem Verband fortan einen schnelleren Informationsfluss und beträchtliche Einsparmöglichkeiten. Mit der Umbenennung der „Kommission für Ausländerangelegenheiten“ in die „Kommission für gesellschaftspolitische Aufgaben“ weitet der FVM diesen Arbeitsbereich auf die Aufgabenfelder Migration, Integration und Gewaltprävention aus.
Der Antrag des FVM-Beirats, statt des bisherigen Kassenprüfer-Modells eine unabhängige Revisionsstelle zu installieren, erhielt hin- gegen ebenso wenig die erforderliche Mehrheit wie dessen Vorschlag an den Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband, Bewährungsstrafen für langfristig gesperrte Spieler einzuführen. Darüber hinaus wurden zwei Anträge des Fußballkreises Heinsberg, die Schutzfrist für Spielberechtigungen zu modifizieren bzw. die Wartefrist bei einem nachgewiesenen, 100 Kilometer entfernten Wohnsitz-Wechsel in Wegfall zu bringen, von der Versammlung mehrheitlich abgelehnt.