Mit überzeugender Mehrheit haben die Delegierten bei der Mitgliederversammlung des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen in Bielefeld am 2. Juni eine neue Satzung beschlossen.
"Die große Zustimmung der Delegierten zu dieser grundlegenden Veränderung des organisierten Sports in NRW wird für uns Motivation sein, die neue Satzung mit Leben zu füllen. Die Einheit des Sports ist nun auf Jahre abgesichert und wir können die Interessen des Sports gegenüber Politik und Wirtschaft mit dem dafür notwendigen Rückhalt vertreten", sagte Walter Schneeloch als Präsident des LandesSportBund in seinem Abschlussstatement. Dabei dankte er den Delegierten für den konstruktiven Diskussionsprozess, der zu diesem positiven Ergebnis geführt habe. "Damit hat sich der Sport als reform- und zukunftsfähig erwiesen."
Wesentliches Element dieses Umstrukturierungsprozesses ist ein "Verbundsystem", das die Aufgabenverteilung zwischen LandesSportBund, Fachverbänden und Bünden neu ordnet. Danach richtet sich die Arbeit aller drei Organisationen auf die Vereine und ihre Mitglieder aus. Das neue "Verbundsystem" beinhaltet auch, dass die Stadt- und Kreissportbünde ordentliche Mitglieder im LandesSportBund sind. Nach der neuen Satzung werden die Fachverbände zwar die 2/3 Mehrheit behalten, der „Verband der Verbände“ damit jedoch der Vergangenheit angehören.
Auch im Hinblick auf die Führungsstrukturen hat sich der LandesSportBund neu ausgerichtet und gravierend verschlankt. So wird die Mitgliederversammlung in Zukunft zwar weiterhin ein ehrenamtliches Präsidium mit einem Präsidenten wählen, das sich aber auf die Bereiche "Finanzen", "Leistungssport", "Breitensport", "Mitarbeiterentwicklung" und "Sportjugend" konzentriert und mit jeweils zuständigen Vizepräsidenten besetzt wird. Hier sollen die strategischen Entscheidungen für den LSB getroffen werden. Das verkleinerte ehrenamtliche Präsidium wird einen dreiköpfigen hauptberuflichen Vorstand für die Dauer von fünf Jahren berufen. Der Vorstand wird das gesamte operative Geschäft des LSB verantwortlich führen und den Verein nach außen vertreten.
Der Mitgliederversammlung vorausgegangen war ein Festakt zum 60jährigen Bestehen des LandesSportBundes. Mit NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers und Dr. Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, und vielen Ehrengästen wurde die Matinee zu einem hochrangigen Ereignis. Die Landesregierung hob das Engagement der über 550.000 ehrenamtlich im Sport in NRW engagierten Menschen besonders hervor. "Ohne ihren Einsatz wäre unser Land kälter," so Rüttgers. Dem organisierten Sport versprach der Ministerpräsident eine verlässliche finanzielle Absicherung. Als Seuche des Sports bezeichnete Dr. Thomas Bach das Doping. Er bekräftigte die scharfe "Null-Toleranz- Position" seines Verbandes.