Westdeutsche Meisterschaften im Freizeitfußball 2008
Jens Nowotny überreicht Pokale
Ein Tor auf Platz 1 für die Ü32-Fußballer von Westfalia Herne, zur gleichen Zeit wird auf Platz 2 ein Ü40-Spieler von Hennef gefoult, während derweil auf Platz 3 sich ein Ü50-Akteur vom Kreisteam Moers verletzt auf dem Boden wälzt. Da geht es auf Platz 4 doch erheblich ruhiger zu. Die Ladies Ü27 von RS Köln spielen sich den Ball gerade zu und lassen Schloß-Holte nicht an das Leder. Und schließlich ermahnt gerade einer der zehn Unparteiischen beim Hobby-Turnier auf Platz 5 einen Spieler der Otto-Elf.
Die Zuschauer wussten teilweise nicht, wo sie bei den fünf Wettbewerben zuerst hinschauen sollten. Es war nämlich mächtig was los am Samstag auf den Rasenfeldern der Sportschule Duisburg-Wedau. Ein farbenprächtiges Bild bot sich dem Betrachter, und auch die 3. Auflage des Freizeitfußball-Endturnieres des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes avancierte wieder zu einer Erfolgsveranstaltung. Glänzend organisiert und reibungslos verlief die rund siebenstündige Veranstaltung, die unter der Initiative „respect“ des WFLV stand. Nie kam Langeweile auf. Zahlreiche spannende und insgesamt vor allem faire Begegnungen mit tollen Toren und Tricks rundeten einen schönen Tag ab.
Dabei schauten die Verantwortlichen um die beiden Organisationschefs Reiner Meis und Rainer Engler mit ihren Mitstreitern am frühen Morgen mit sorgenvollen Blicken gen Himmel. Petrus hatte schon in der Nacht seine Schleusen weit geöffnet - und es regnete Bindfäden. Doch je näher der Zeiger Richtung Turnier-Eröffnung vorrückte, die der WFLV-Vorsitzende für Freizeit- und Breitensport, Klaus Jahn, vornahm, desto besser wurde es. Pünktlich mit dem gleichzeitigen Anpfiff für alle fünf Spielfelder hatte sich der Regen verflüchtigt. Die Siegerehrung schließlich, die Klaus Jahn zusammen mit dem respect-Paten und ehemaligen Nationalspieler Jens Nowotny vornahm, wurde schließlich - wie es sich gehört - von herrlichem Sonnenschein begleitet.
Nur eine der insgesamt 30 gemeldeten Mannschaften erschien nicht - das Hobby-Team von Rotation Colonius. Doch auch dieses Problem wurde von der Turnierleitung souverän gelöst, schnell war durch die zwei zuständigen Mitarbeiter ein neuer Spielplan erstellt.
Feierte der Niederrhein im letzten Jahr noch drei von fünf Turniersiegen, waren nun die Westfalen und der Mittelrhein mit je zwei Titelgewinnen erfolgreich. Doch es gab ganz enge Entscheidungen. Wie im Hobby-Turnier, bei dem im Niederrhein-Duell die Otto-Elf durch das 1:0 eine Minute vor dem Ende Gegner Fusseberg Kickers Helpenstein den schon sicher geglaubten Turniersieg entriss. Damit hatten die SG Stimbergteufel aus Oer-Erkenschwick auf Grund des besseren Torverhältnisses die Nase vorne und wurden so zum lachenden Dritten und Turniersieger. Alle drei Teams waren mit neun Punkten gleichauf, und so musste das Torverhältnis entscheiden.
Mit nur einem Zähler Vorsprung setzten sich die Allstarsladys des SV Brünen gegen Preußen Borghorst durch. Gleich zum Turnierauftakt hatte Brünen gegen Borghorst mit 3:2 triumphiert. Klarer waren die Verhältnisse bei den Ü32-Senioren. Da dominierte Westfalia Herne eindeutig, hatte drei Punkte mehr als der Zweitplatzierte VfL Meckenheim. Die Ü50-Konkurrenz wurde vom Mittelrhein eindeutig beherrscht. Hier machte der TSV Neunkirchen-Seelscheidt das Rennen vor Blau-Weiß Oedekoven. Bei den Ü40er-Oldies fiel die Entscheidung erst im letzten Spiel. Durch das 3:1 gegen den FC Bergheim sicherte sich der SFC Hennef 05 Platz eins und verwies die Louisana Centro Oberhausen auf Rang zwei. Doch beide Teams können sich freuen: sie werden den WFLV 2009 bei der deutschen Ü40-Meisterschaft in der Bundeshauptstadt Berlin vertreten.
Als dann gegen 18 Uhr der Abpfiff ertönte, da waren doch zahlreiche Oldies und auch die Ladies ziemlich geschlaucht. Da schaute bei der Siegerehrung das eine oder andere Gesicht schon recht müde aus. Doch als dann Klaus Jahn und Jens Nowotny an alle Teams Urkunden und die drei Erstplatzierten Pokale verteilten, stieg die Stimmung an und jede einzelne Mannschaft wurde mit tosendem Beifall für ihre Mühen belohnt.
„Es war wieder eine rundum tolle Werbung für den Freizeit- und Breitensportfußball”, zeigte sich Klaus Jahn sichtlich zufrieden mit der gesamten Veranstaltung. „Wir sind eindeutig auf dem richtigen Weg. Und es macht richtig Spaß mit anzusehen, wie die Ladies und auch die Männer mit Feuereifer bei der Sache sind.”
Organisationschef Reiner Meis freute sich besonders über die Mitwirkung von Jens Nowotny: „Er ist ein Fußballer, den unsere Freizeitkicker sehr gut kennen, da er zu deren aktiven Zeit Nationalspieler war und mit Leverkusen um die Spitze der Bundesliga spielte.” Und Jahn und Meis abschließend unisono: „Seine Teilnahme wertet die gesamte Veranstaltung auf.”