Die Kampagne richtet sich schwerpunktmäßig direkt an SchülerInnen, Jugendliche allgemein, an eine breite Öffentlichkeit in NRW sowie an Multiplikatoren in den Bereichen Schule und Bildung, Sport- und Jugendverbänden sowie in den Medien.
Aktionen wie „Faire Torwand“, eine Fußball-Ausstellung, ein Theaterstück für Jugendliche, das Eine Welt/Fußball-Mobil, Seminare, Vorträge von Arbeitnehmer/innen, die Fußbälle produzieren oder eine eigens produzierte Zeitung sollen möglichst viele Menschen für den Fairen Handel sensibilisieren.
Fußball verbindet die Welt. Fußballweltmeisterschaften sind zu globalen Ereignissen geworden. Milliarden Menschen werden auch 2006 die WM in Deutschland weltweit in den Medien verfolgen. Ländern aus Afrika, Asien, Lateinamerika wird so viel Aufmerksamkeit und Sympathie geschenkt wie sonst nie. Nationale Emotionen fließen über, mit Fußball wird Politik und Geschäfte gemacht.
Auch Hersteller, Handel und Endverbraucher/innen blicken im Zusammenhang mit der Fußball-WM aufmerksamer als sonst auf Produkte wie Sportbekleidung, Sportschuhe und natürlich Fußbälle. Viele dieser Artikel werden fast ausschließlich in Entwicklungsländern oder den Transformationsländern des Ostens produziert. Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen beklagen bereits seit langem die schlechten Arbeitsbedingungen, die nicht existenzsichernden Löhne und das Problem der Kinderarbeit in vielen Betrieben dieses Wirtschaftssektors. So stammen zum Beispiel 80 Prozent der weltweiten Fußballproduktion aus Sialkot, einer Stadt im Nordosten Pakistans. Wenn eine WM ansteht, werden hier schätzungsweise 40 Millionen Bälle pro Jahr gefertigt. Ein Erwachsener schafft an einem Arbeitstag von neun bis zehn Stunden zwischen drei und sechs Bällen, je Ball verdient er nur ca. 50 Cent. Kinder sind gezwungen mitzuarbeiten.
Zur Verbesserung dieser Arbeitssituation existieren Ansätze, z. B. der Faire Handel mit Textilien und Fußbällen oder die Einführung von Mindestsozialstandards nach den Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Diese Ansätze will die Kampagne im Umfeld der WM in NRW unterstützen, damit Fair Play nicht nur eine Rolle auf dem grünen Rasen spielt.
Als Beitrag zu einer sozial und ökologisch ausgerichteten Weltmeisterschaft soll von NRW aus ein Impuls für gerechtere globale Produktions- und Handelsbedingungen ausgehen. In Form einer dreijährigen Kampagne - vor und während der Weltmeisterschaft 2006 - soll durch Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit die Akzeptanz und der Bekanntheitsgrad des Fairen Handels, seine Ziele und Produkte verbessert werden.
Im Mittelpunkt der Kampagne „Fair Play - Fair Life“, die von einem breiten Bündnis kirchlicher, zivilgesellschaftlicher und staatlicher Akteuren getragen wird, steht der „fair gehandelte Ball“.
Die vier Elemente des Agenda-Prozesses in NRW
Die Agenda-Projekte sind wichtiger Ausdruck des gemeinsamen Handelns der Landesregierung mit gesellschaftlichen Akteuren. Best-Practice-Beispiele verdeutlichen die erfolgreiche Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens in der Praxis und animieren zur Übertragung auf andere Projekte. Der Auf- bzw. Ausbau von Netzwerken zwischen Akteuren aus den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen soll Synergieeffekte nutzen und den Agenda-Akteuren Hilfestellungen bieten. Die Erarbeitung von Leitbildern, Zielen und Indikatoren für eine zukunftsfähige Entwicklung in NRW erfolgt für jeden Themenbereich in einem partizipativen Prozess.
Die Themenbereiche der Agenda 21 NRW:
1. Klimaschutz und nachhaltige Mobilität
2. Nachhaltiges Wirtschaften
3. Siedlungs- und Naturräume
4. Verbraucherschutz und Gesundheit
5. Globale Verantwortung in der Einen Welt
6. Nachhaltige Sozial- und Gesellschaftspolitik
Bildung, nachhaltige Verwaltung und die Belange ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger stellen Querschnittsthemen dar.
Agenda 21 NRW
Die Landesregierung NRW
Geschäftsstelle Agenda 21 NRW im Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW, Schwannstr. 3, 40476 Düsseldorf