Jugendtag 2004 - Bericht des Jugendfußballausschusses
Fußball macht Freude - Dies ist das Motto, das in den letzten Jahren immer dann zur Anwendung kam, wenn im Jugendfußball zum Ausdruck gebracht werden sollte, dass die fußballspielenden Kinder und Jugendlichen sehr viel Spaß und Freude bei ihrem Lieblingshobby haben. Zum Abschluss dieser Legislaturperiode möchte ich dieses Motto auch als Beschreibung der Atmosphäre der Zusammenarbeit der Jugendgremien der drei Landesverbände im Regionalverband verwenden. Auch diese Betrachtung der Arbeit am Ende einer Legislaturperiode sollte einmal in den Vordergrund gestellt werden. Die kritische Analyse für die Arbeit im Jugendbereich des WFLV im Hinblick auf gesteckte oder anzustrebende Ziele ist nicht immer einfach, da Erfolg und Erreichen des Ziels manchmal von Betrachtern unterschiedlich bewertet werden. Daher sollen die Ausführungen in dem traditionell zum Jugendtag erscheinendem „Berichtsheft“ den Leser selbst in die Lage versetzen, sich sein eigenes Urteil zu bilden.
Auch wenn sich die Aufgabenstruktur für die Jugendgremien im letzten Jahrzehnt geändert haben, so hat der Spielbetrieb im Regionalverband auch weiterhin eine besondere Bedeutung. Das auch hier Entwicklungen im Hinblick auf die Förderung unserer Spitzentalente zu einem Wandel führen, wurde im Berichtszeitraum im A-Junioren-Bereich deutlich. So wurde mit Beginn der Spielzeit 2003/2004 die A-Junioren-Bundesliga eingeführt. Der Weg zu der heute bestehenden Form war steinig und von umfangreichen und intensiven Diskussionen begleitet. Dies lag vor allem an den unterschiedlichen Zielvorstellungen, die teilweise doch recht weit auseinander lagen. Der Jugendfußballausschuss des WFLV hat sich dabei in enger Abstimmung mit den Lizenz- und Amateurvereinen für Lösungen stark gemacht, die das Ziel der Talentförderung in den Vordergrund stellten. Daher kann aus unserer Sicht zufriedenstellend festgehalten werden, dass die leistungsstarken Lizenz- und Amateurvereine nunmehr in einer A-Junioren-Bundesliga Gruppe West zusammenspielen. Es fiel daher auch nicht ganz so schwer, sich von der A-Junioren-Regionalliga West zu verabschieden, zumal alle Landesverbände die Auffassung vertraten, eine Aufstiegsregelung aus der A-Junioren-Landesverbandsklasse in die A-Junioren-Bundesliga festzuschreiben. Die Bildung einer A-Junioren-Regionalliga West als Zwischenklasse zwischen DFB- und Landesverbandsebene wurde im Hinblick auf Nutzen/Aufwand einvernehmlich als nicht sinnvoll bewertet. Der Start in diese Spielklasse ist gelungen und die Spannung in der Tabelle hat deutlich gemacht, dass der Regionalverband West eine eigene Spielklasse auf dieser Ebene zur leistungsorientierten Förderung der Talente benötigt.
Durch diese Neuerung im Spielsystem geriet der Spielbetrieb der B-Junioren-Regionalliga West etwas in den Hintergrund, aber die sportliche Situation und die interessanten und spannenden Spiele rückten diesen Altersbereich wieder ins rechte Licht. Als idealer Unterbau für die B-Junioren-Regionalliga West hat sich zwischenzeitlich der U15-Nachwuchs-Cup endgültig etabliert. Der Schritt, weg von alten Traditionen zu einer neuen Spielstruktur ohne die Zwänge eines Auf- und Abstiegs zu kommen, unterstützte die Talentförderung von Lizenzvereinen und leistungsstarken Amateurvereinen. Die Bestrebungen, gegebenenfalls weitere Altersklassen in leistungskonzentrierter Form neu zu ordnen, ist sichtlich ein Gedanke, der im Hinblick auf die Talentförderung immer im Auge behalten werden muss. Jedoch gilt es im Rahmen der Entscheidungsprozesse auch dafür zu sorgen, dass nicht in Umkehr des Mottos, „schneller, weiter, höher“ ohne Abwägung der gesamten Auswirkungen Entscheidungen getroffen werden. Dabei muss auch immer im Auge behalten werden, dass neben der Talentförderung im Verein durch den Spielbetrieb auch die Talentförderung im Bereich der Auswahlarbeit und des Stützpunkttrainings eine wesentliche Säule der individuellen Entwicklung ist. Dies geschieht bei den Juniorinnen und Junioren schwerpunktmäßig in den Landesverbänden. Dabei ist sicherlich besonders hervorzuheben, dass durch zusätzliche Unterstützung des DFB bei den Junioren und der Sportstiftung NW bei den Juniorinnen, die Talentförderung in den drei Landesverbänden stark intensiviert werden konnte. Im Hinblick auf die Juniorinnen ist besonders herauszustellen, dass ein durch die Landesverbände erstelltes Konzept flächendeckend ganz Nordrhein-Westfalen erfasst. Hier sind wir der Sportstiftung NRW außerordentlich dankbar, dass sie uns motiviert hat, mit allen Landesverbänden diesen Schritt zu gehen und sie uns auf diesem Weg mit erheblicher finanzieller Unterstützung begleitet. Bereits der Ablauf des ersten Förderjahres lässt Ansätze für die erfolgreiche Arbeit erkennen und liefert uns wertvolle Sachargumente, der Sportstiftung NRW die Notwendigkeit der langfristigen Unterstützung darzulegen.
Ein nicht so beliebtes Thema in den Jugendabteilungen unserer Vereine sind die Vorschriften, die Grundlage für den gesamten Spielbetrieb in allen Altersklassen sind. Die Kritik der Vereine zielt auf die immer wieder anstehenden Änderungen des Satzungswerkes. Mittlerweile sind diese Bestimmungen in einigen Bereichen ohne detaillierte Vorkenntnisse kaum noch verständlich. Der Jugendbereich wird dabei grundsätzlich noch nicht so schwer getroffen wie der Seniorenbe-reich. Gerade im Hinblick auf den Übergang Junioren/Senioren sind erhebliche Aufklärungen notwendig. Gerade aufgrund dieser Entwicklung wird die Aus- und Weiterbildung, die sicherlich eine wesentliche Aufgabe der Landesverbände ist, künftig auch in diesem Bereich immer größere Bedeutung bekommen.
Im Bereich des Schulfußballausschusses und des Mädchenfußballausschusses wird deutlich, wie wichtig der Gedankenaustausch auf Regionalverbandesebene ist. Die gegenseitige Information über die intensive Arbeit in den Bereichen Mädchenfußball und Schule/Vereine führt nicht nur zu einer effizienten Arbeit, sondern stellt auch sicher, dass gute und erfolgreiche Ideen aus einem Landesverband weitergetragen werden. Und wenn dann als „Topzuschlag“ der Zusammenarbeit die Entwicklung einer umfassenden Handreichung zum Thema „Fußball in der Primarstufe“ zustande kommt, dann kann man am Ende einer Legislaturperiode nur zufriedenstellend zurückblicken.
Leider gab es in den vergangen Jahren auch Probleme zu diskutieren, die ihre Ursachen außerhalb des Verbandes hatten. Dabei ist sicherlich im Besondern die Diskussion um den Haushaltsplan der Sportjugend NW im Hinblick auf die Mittelkürzungen der Landesregierung zu sehen. Es war schon frustrierend zu hören, dass insbesondere im Hinblick auf die Bildungsarbeit massive Einschnitte zu verkraften sind. Zu verstehen, wie eine Qualitäts- und Qualifizierungsoffensive forciert wird und auf der anderen Seite genau für diesen Bereich weniger Mittel zur Verfügung stehen, ist uns bis heute nicht gelungen. Es ist dabei nicht zu verkennen, dass die Sportjugend NW, die mit den Mittelkürzungen der Landesregierung konfrontiert wird, keine leichte Aufgabe hat, diese Auswirkungen umzusetzen. Es gilt dabei aus meiner Sicht daran zu erinnern, dass die sicherlich manchmal harten und auch scharfen Gespräche in einer sehr respektvollen Atmosphäre und vor allen Dingen sachorientiert stattfanden. Diese Offenheit und die dann eintretende Zuverlässigkeit ist sicherlich nicht selbstverständlich und macht die Sportjugend NW zu einem Interessenvertreter, der sich auch wieder an den Zielen der Fachverbandsjugenden orientiert.
Ein weiteres Unwohlsein entwickelte sich aus Sorge um die Situation in unseren Fußballjugendabteilungen bei der Einführung von Ganztagsbetreuungsangeboten in Grundschulen. Dieses fast wie eine Fußballsaison ohne Saisonvorbereitung seitens der Politik in Angriff genommene Thema hat zu vielen Diskussionen geführt, und wird uns auch in Zukunft weiter beschäftigen. Trotz zahlreicher Aktivitäten und Diskussionen kann sicherlich noch nicht endgültig gesagt werden, welche Folgen diese Entwicklung für das Vereinsangebot und damit auch die sportlichen Angebote und Aktivitäten für die Schüler und Schülerinnen in den Vereinen hat. Fest steht sicher, dass der sportliche Teil der Ganztagsbetreuung nie den Umfang eines sportlichen Engagements im Verein ersetzen kann. Bei diesem sicherlich nicht einfach zu begleitenden Thema muss es vorrangig das Ziel sein, die Fußballjugendabteilungen unserer Vereine für diese Thematik zu sensibilisieren und sie möglichst gut darauf vorzubereiten, falls in ihrem Einzugsbereich in einer Grundschule ein Ganztagsbetreuungsangebot geschaffen werden soll. Es ist darüber hinaus auch wichtig, die Entwicklung sehr intensiv zu beobachten, um auf die sicherlich in den Städten und Gemeinden unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Vorraussetzungen gemeinsam mit den Vereinen reagieren zu können.
Fußball macht Freude - Dies soll auch in der Zukunft so sein. Dafür ist jedoch die Grundlage in der Vergangenheit gelegt worden. Dies wurde im Hinblick auf die Unterstützung der Jugendgremien im Regionalverband durch das Präsidium in ganz besondere Weise getan. Diese uneingeschränkte Unterstützung haben wir dauerhaft festgestellt und sie war gleichsam eine besondere Verpflichtung, mit der übertragenen Verantwortung entsprechend umzugehen. Ein abschließender Dank geht an die Vorsitzenden der anderen Gremien des WFLV und deren Mitglieder für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung. Es muss einmal mehr betont werden, dass aus Sicht des Jugendausschusses eine solch harmonische Zusammenarbeit über Landesverbandsgrenzen hinaus die Basis für eine erfolgreiche Arbeit im Interesse des Fußballs ist. Fußball wird so sicherlich auch in der Zukunft vielen Freude machen.